Käthe Kruse Museum

 

 

Anschrift:

Käthe-Kruse-Puppen-Museum

Pflegstraße 21a

86609 Donauwörth


 

 

 

 

Kontakt:


Museumsleitung, Fr. Gudrun Reißer M.A.

Rathausgasse 1, 86609 Donauwörth

Telefon: 0906 - 789 170 oder 0906 - 789 151

museen@donauwoerth.de

            Museum Käthe Kruse

 

Käthe-Kruse-Puppen-Museum im ehemaligen Kapuzinerkloster

Ein Rundgang durch das Puppenmuseum



Zur Geschichte des Hauses:

Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum wurde in einem denkmal-geschützten Gebäude, dem ehemaligen Kapuzinerkloster, eingerichtet. Der Komplex wurde 1630 errichtet und diente bis 1802 als Kloster, danach fiel es der Säkularisation zum Opfer. 1826 wurde darin das städtische Krankenhaus eingerichtet; einige Jahre später diente es zudem als Unterkunft für notleidende Bürger der Stadt.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangte das ehemalige Klostergebäude in den Besitz der Pädagogischen Stiftung Cassianeum. Im April 1945 wurde der Westflügel des Klosters durch Bombenangriffe zerstört. 1987 kaufte die Stadt Donauwörth den renovierungsbedürftigen Klosterkomplex, um darin das Käthe-Kruse-Puppen-Museum und die Werner-Egk-Begegnungsstätte einzurichten. Beide Museen wurden 1993 eröffnet.

Auf historischen Pfaden erfolgt der Zugang zum Museum durch das „Kapuzinertörchen“ in das neu renovierte Kapuzinerkloster. Über einen lichthellen - heute verglasten - Arkadengang betritt man im Erdgeschoß das Puppenmuseum.

In einer ehemaligen Mönchszelle ist zu Beginn des Rundganges im „Fotoatelier Jochen Kruse“ eine Schaufensterfigurenszene nachgestellt. Jochen Kruse, ein Sohn von Käthe Kruse, war ein talentierter Fotograf und Dekorateur, der besonders die firmeneigenen Schaufensterfiguren gekonnt „in Szene“ setzte. Als Besonderheit ist in dieser Vitrine eine lebensgroße Exotengruppe zu sehen, welche letztmals auf der Weltausstellung in New York 1939 zu sehen war und dort den „holländisch-westindischen Pavillon“ der Niederlande zierte.

Im zweiten und zugleich größten Ausstellungsraum erfahren Besucher interessante Details über die Puppenkünstlerin Käthe Kruse und ihren Gatten, den Bildhauer Max Kruse, über ihre sieben Kinder und die wechselvolle Firmengeschichte von Berlin über Bad Kösen bis zu den heutigen Werkstätten in Donauwörth. Rekonstruktionen der ersten Puppenversuche in Ascona sind ebenso zu sehen wie die Puppenschöpfungen von Hanne Adler-Kruse aus den 1960er Jahren.

Entlang des Arkadenganges sind seltene Fotoaufnahmen aus der Anfangszeit der Puppenproduktion zu bestaunen. In einer Vitrine werden Soldatenfiguren von Käthe Kruse aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, zum Teil noch in Orignal-verpackung, gezeigt. Röntgenbilder demonstrieren anschaulich die Beweglichkeit der nur zwölf Zentimeter großen Soldaten- und Puppenstubenfiguren, die durch ein patentiertes Drahtskelett ermöglicht wird. Für zarte Ballerinen – hergestellt in den Jahren 1916 bis 1925 – wurden zauberhafte Theaterarrangements auf Drehbühnen eingerichtet.

Im Gang ist für alle Fans von Käthe Kruse noch eine Besonderheit angebracht: Über Telefone kann man Interviews aus den 1960er Jahren mit Käthe Kruse abrufen. Die Puppenkünsterlin plaudert dabei charmant über die Entstehung ihrer Puppen.

Ein eigener Bereich widmet sich der Herstellung von Spiel-und Schaufensterpuppen. In einer Großraumvitrine werden die wesentlichen Materialien zur Herstellung einer Puppe früher und heute gezeigt. Rehhaargestopfte Puppenkörperteile, handgeknüpfte Echthaarperücken, Stoffe, Schnitte und Handwerksgerät demonstrieren die zeitaufwändige Herstellung einer Käthe-Kruse-Puppe. Der Arbeitsplatz eines Augenmalers in den heutigen Werkstätten in Donauwörth ist lebensecht nachgestellt. Eine besondere Ergänzung erfährt die Szenerie durch einen Videofilm zum Thema „Puppenwelten". Das Lebenswerk der Käthe Kruse “, der 1992 unter der Regie von Dr. Barbara Wolf, in Zusammenarbeit mit dem Videolabor der Universität Augsburg, gedreht wurde.
In den nächsten Räumen erleben Besucher Puppenszenen und -dekorationen in den schönsten Variationen. Für Sammler und Puppenliebhaber wurden reizende Puppenmotive nachgestellt.